Psychische Erkrankungen

Unerwünschte und ungewollte Verhaltensmuster, Gefühle oder Gedanken haben einen Grund. Sie waren einmal wichtig für uns, vielleicht haben sie uns vor etwas geschützt oder waren der einzige Weg aus einer verzweifelten Lage oder die einzige Alternative. Mit der Zeit verfestigen sie sich, wir brauchen sie nicht mehr und leben sie trotzdem weiter, denn wir haben gelernt, uns mit ihnen zu identifizieren. Sie sind uns lieb geworden, gehören zu uns, sich von ihnen zu trennen würde bedeuten, einen Teil der eigenen Identifikation aufzugeben. Und dennoch: sie stören uns, bereiten Probleme, verselbstständigen sich oder werden überzogen gelebt. Das Gefühl kommt auf, nichts dagegen ausrichten zu können. Kopf und Gefühle machen, was sie wollen – bis wir in eine psychische Erkrankung rutschen.

Vor- und Nachteile der psychiatrischen Diagnose

Um sich von uns unterstützen lassen zu können, muss Ihnen ein Arzt eine psychische Erkrankung diagnostizieren. Unserem Verständnis nach ist eine psychiatrische Diagnose immer Teil eines Prozesses in einem Lebensabschnitt. Sie kann sich verändern oder auflösen und sollte nicht zu einem Glaubenssatz verinnerlicht werden, der uns zu schnell vergessen lässt, dass wir noch viel mehr sind als die Diagnose. Dennoch kann eine Diagnosestellung sehr wichtig sein: Wem bekannt ist, worunter er leidet, kann sich Informationen dazu einholen, Verständnis für sich selbst gewinnen, die passende Hilfe in Anspruch nehmen, sich mit anderen Betroffenen austauschen und nicht zuletzt ein zufriedeneres Leben führen.

Einige von Ihnen haben vielleicht bereits eine Diagnose erhalten, andere sind sich dessen unsicher oder möchten sich als Angehöriger informieren.

Auf den folgenden Seiten finden Sie einen kurzen Überblick über die häufigsten psychischen Erkrankungen. Damit möchten wir Sie über typische Symptome, Erscheinungsformen und Behandlungsformen informieren.