Psychosen

Psychosen sind psychische Störungen, bei denen Betroffene oftmals einen Verlust zur Realität erleben, sie verändert wahrnehmen und verarbeiten. Bei der Psychose handelt es sich um einen weitläufigen Begriff, unter dem affektive Störungen, Depression, bipolare Störung und Manien sowie Schizophrenien zusammengefasst werden.


Depression

Das kennt wohl jeder: Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, dazu auch noch schlecht geschlafen, einfach ein schlechter Tag. Doch eine Depression ist weitaus mehr, als nur “mies drauf” zu sein: Sie ist eine ernstzunehmende psychische Erkrankung.



Eine Depression kann jeden Menschen treffen, unabhängig von Alter, Beruf, Geschlecht und sozialem Stand. Doch sie zu erkennen ist häufig gar nicht so einfach. Daher ist es wichtig, sich jemandem vom Fach anzuvertrauen.

Typische Anzeichen einer Depression sind:

  • Verlust von Freuden und Interesse
  • innere Leere
  • Erleben stetig wiederkehrender Gedanken an den Tod oder an Suizid
  • Schlaf- und Konzentrationsstörungen
  • mangelndes Selbstvertrauen
  • Hoffnungslosigkeit

Bipolare Störung

Die bipolare Störung ist eine Erkrankung, bei der sich depressive Episoden mit manischen Phasen abwechseln. Solche Stimmungsschwankungen reichen von schwer depressiv bis schwer manisch mit unterschiedlicher Intensität. Während der Manie-Phase spüren Betroffene ein intensives Hochgefühl und Selbstbewusstsein, sie sprühen vor Energie und können sich anderen gegenüber distanzlos verhalten. Nicht selten folgt unmittelbar nach dem Höhenflug der Absturz in die Depression, mit Gefühlen von Traurigkeit und Antriebslosigkeit, ständigem Grübeln und pessimistischen Zukunftsgedanken. Die wiederholt auftretenden manisch-depressiven Phasen sind für die Betroffenen oftmals sehr leidvoll, sowohl für sich selbst, als auch für die Menschen in ihrer Umgebung.

Schizophrenie

Schizophrenie kann sich auf verschiedenen Ebenen äußern: Oft fühlen sich die Betroffenen verfolgt, bedroht, hören Stimmen, denken, dass sie die Gedanken anderer Menschen “lesen” können oder glauben, Nachrichten aus einer Welt empfangen, die anderen nicht zugänglich ist. Dies äußert sich zum Beispiel in optischen oder akustischen Halluzinationen und Wahnvorstellungen, die der Patient nicht infrage stellt. Im Gegenteil: Für ihn ist das Erlebte real und in sich schlüssig. 


Neben einer veränderten Wahrnehmung können zu den Symptomen einer Schizophrenie unter anderem gehören:

  • beeinträchtigtes Denkvermögen: Gedanken sind zerfahren, verlangsamt, zusammenhanglos, unlogisch, Gedanken brechen ab, Begriffe verlieren ihre Bedeutung.
  • Abflachen der Gefühle: Schizophrene wirken häufig abwesend und gefühlsarm, starke Stimmungsschwankungen
  • Veränderung der Bewegungen: Die Betroffenen können z.B. völlig erstarren oder sich nur noch eingeschränkt bewegen.

Persönlichkeitsstörungen

Ein Mensch mit einer Persönlichkeitsstörung zeigt problematische Muster von Wahrnehmung, Denken, Gefühlen und Verhalten. Dabei ist das Spektrum an Wesensmerkmalen breit gefächert: von extrem reizbar, haltlos, fanatisch und aggressiv bis zu ängstlich, zurückgezogen, vermeidend, zwanghaft und so weiter. Die Persönlichkeitsstörung ist ein komplexes und vielschichtiges Krankheitsbild, das alle Lebensbereiche des Betroffenen umfasst und seine Persönlichkeit massiv beeinflusst und nicht zuletzt persönliches Leiden und soziale Konflikte mit sich bringt. 
Im Folgenden stellen wir einige der bekanntesten Formen vor.

Borderline

Die Borderline-Störung wird überwiegend bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen diagnostiziert. Dabei sind die Betroffenen wie zerrissen in sich selbst, mit massiven Ängsten vor dem Alleinsein, instabilen Beziehungen, Identitätsstörungen, schweren Depressionen sowie Mangel der eigenen Körperwahrnehmung und Schmerzempfinden. Der Betroffene droht oft mit Selbsttötung und Selbstverletzung. Durch Ritzen der Haut mit scharfen Gegenständen, Drogenkonsum oder extreme Aktivitäten versuchen an Borderline Erkrankte, wieder eine Art Gleichgewicht und Kontakt zu sich selbst herzustellen. Betroffenen fällt es schwer, ihre eigenen Grenzen und die ihres sozialen Umfelds wahrzunehmen und zu achten.

Dissoziale Persönlichkeitsstörung

Dissoziale Menschen sind in der Regel unempfänglich für Emotionen wie Angst oder Unsicherheit. Sie zeigen eine sehr niedrige Frustrationstoleranz und sind häufig sehr reizbar. Schon als Kinder oder Jugendliche fallen die von einer dissozialen Persönlichkeitsstörung Betroffenen auf, zum Beispiel weil sie Tiere quälen oder andere Kinder mobben. Eine dissoziale Persönlichkeitsstörung tritt bei Männern dreimal so häufig auf wie bei Frauen.

Histrionische Persönlichkeitsstörung

Die eigene Person dramatisieren, theatralisches Verhalten und einen übertriebenen Gefühlsausdruck zur Schau stellen, diese Eigenschaften kennzeichnen Histrioniker. Sie sind extrem emotional, labil und aufmerksamkeitssuchend, ihre Gefühle sind jedoch oberflächlich und wirken daher oft vorgetäuscht. Oftmals fehlt Histrionikern ein Gefühl dafür, wer sie eigentlich wirklich sind. Daher brauchen sie andere, um ihre Stimmung und ihr Dasein zu bestätigen und greifen dabei auch gern zu drastischeren Mitteln.

Neurosen

Unter der Definition Neurose sammelt sich eine Vielzahl psychischer Störungen und Erscheinungsformen. Das Verhalten des Betroffenen sowie seine Persönlichkeit sind dabei beeinträchtigt, bewegen sich aber innerhalb sozial akzeptierter Grenzen. 
Die Begriffe Neurose und Psychose sind fließend, wobei Neurosen immer auch in eine Psychose einfließen können.


Ängste

Ängste oder auch Phobien sind neben Depressionen die am weitest verbreiteten psychischen Störungen. Sie sind durch eine unspezifische Angst oder die Furcht vor einem bestimmten Objekt oder einer bestimmten Situation gekennzeichnet. Als krankhaft gelten Ängste dann, wenn sie übermäßig auftreten, ohne dass eine tatsächliche Gefahr oder Bedrohung vorliegt. Zu einer solchen Angststörung zählen Angstattacken mit Beklemmungs- und Erstickungsgefühlen, Schweißausbrüchen, Schwindel oder Herzrasen. Ursachen dafür können die Angst vor Tieren wie Schlangen oder Spinnen sein oder Ängste vor bestimmten Situationen wie Prüfungen oder Vorträgen.

Phobien

Phobien sind übersteigerte Angstreaktionen vor bestimmten Situationen oder Objekten. Dabei meidet der Betroffene die Konfrontation mit dem Angstauslöser, obwohl ihm meist bewusst ist, dass seine Angst unbegründet ist. Ob spezifische Phobien, zum Beispiel vor Naturgewalten, Tieren oder bestimmten Situationen oder soziale Phobien, also die Angst, negativ aufzufallen oder sich anderen zu nähern – grundsätzlich kann vor allem, was eigentlich ungefährlich ist, eine Phobie entwickelt werden. 


Belastungsstörungen

Die Belastungsstörung ist eine psychische Erkrankung als Folge eines traumatischen Erlebnisses, wie beispielsweise eine Vergewaltigung, Naturkatastrophen, Folter, sexueller Missbrauch oder andere Gewalterfahrungen. Eine Belastungsstörung kann unmittelbar nach dem Trauma folgen, mit konkreten Reaktionen, wie Panik, Schwindel oder Flashbacks. Die posttraumatische Belastungsstörung verursacht erst sehr viel später Symptome und ist zunächst nicht direkt mit dem Trauma als Auslöser in Zusammenhang zu bringen. Sie zeigt sich zum Beispiel in Ängsten, depressiven Episoden, Alpträumen etc.

Zwänge

Der Begriff zwanghaftes Verhalten umfasst ein breites Spektrum an Verhaltensweisen. Dabei verläuft der Übergang von normalem zu zwanghaftem Verhalten oft fließend und ist von außen entsprechend schwer zu erkennen. Generell gilt: Je stärker das zwanghafte Verhalten von dem sonst üblichen Verhalten abweicht und je mehr es den Betroffenen in seinem alltäglichen Leben behindert und einengt, umso eher liegt eine Störung oder Erkrankung vor. Dabei widmet der Betroffene seine ganze Kraft und Aufmerksamkeit seinen Zwängen, zum Beispiel einem Reinigungs- und Waschzwang, Kontrollzwang, Wiederhol- und Zählzwäng oder Sammel- oder Ordnungszwang. So vermeidet er die Auseinandersetzung mit den für ihn problematischen Themen. Auch negative Gefühle wie Niedergeschlagenheit und depressive Verstimmungen werden nicht so stark wahrgenommen.